Podcast-Vermarktung über Social Media

Ob man mag oder nicht: Social Media ist als Marketing-Tool für Podcasts nicht wegzudenken. Darüber informieren wir uns nicht nur über Nachrichten, Produkte, Unterhaltung und Events, sondern sind dort 24/7 mit anderen Menschen verbunden. Die verschiedenen Kanäle haben jedoch auch ihre eigenen Stärken und Schwächen. Im Folgenden gehen wir darauf ein.

Podcast-Vermarktung über Social Media
Podcasts – vor einigen Jahren als kurzer Hype tituliert, erwiesen sie sich auf lange Sicht als Marathonläufer denn Sprinter. Eine Studie von ARD und ZDF aus dem Jahr 2016 belegt diesen Eindruck und besagt, dass rund 13 % der online agierenden Deutschen ab 14 Jahren Podcasts konsumieren.

Podcast-Boom

Wir stehen also nicht nur kurz vor dem Podcast-Boom, sondern befinden uns mittendrin. Für die meisten ist dies mitnichten eine neue Erkenntnis, außer vielleicht für viele alteingesessene Verlage und Publikationen, die gerne mitmischen möchten. Schon wieder einen Trend verpasst... Obwohl das Konzept nicht gerade neu ist, liegt eine gefühlte Gründerstimmung für innovative Ideengeber und Formate in der Luft, wie sie einst bei YouTube und Co. vorzufinden war.
Genau hier liegt aber die große Herausforderung für angehende und ehrgeizige Podcaster wie dich. Wie sollst du als Einzelkämpfer oder im kleinen Team gegen die Reichweite der vernetzten Podcasts oder gar die (relativ gesehen) neuen Plattformen wie Audible und Spotify mitsamt Exklusiv-Formaten bestehen können? Die reine Technik und Soundqualität dürften als Hindernisse eher zu vernachlässigen sein, da die dafür erforderliche Technik so erschwinglich und leicht zu erlernen geworden ist, dass man diesen Aspekt definitiv nicht als Entschuldigung gelten lassen kann. Bleibt natürlich nur noch der Inhalt... Na, wenn sonst nichts ist! Gehen wir aber davon aus, dass diese beiden Komponenten deines Podcasts bereits auf festen Füßen stehen. Jetzt bleibt nur noch die Frage, wo du dich als Podcaster im Makrokosmos der unzähligen Angebote siehst, wie du dich platzierst und die eigene Reichweite erweiterst.
Dass Social Media eine essentielle Rolle dabei spielt, liegt auf der Hand. Nichtsdestotrotz reicht es nicht, den eigenen Content über eine mittlerweile unüberschaubare Anzahl an Kanälen mehr oder weniger standardisiert zu verbreiten und auf das Beste zu hoffen – eine Marketing-Strategie sollte und muss erarbeitet werden. Denn Content ist zwar King, aber Distribution ist Queen!

Shownotes und Homepage

Die Vorbereitungen für Marketingmaßnahmen fangen direkt nach der Aufnahme und der Postproduktion einer Folge an. Im Alltag hat wohl jeder Podcaster einen eigenen Produktionsansatz sowie eine eigene Arbeitsweise. In allen Fällen entstehen dabei wertvolle Aufzeichnungen. Deine erste Priorität sollte also sein, diese in eine sinnige und möglichst rasch erfassbare Form zu bringen. Viele Podcasts bieten lediglich Verlinkungen an, andere wiederum erschlagen den Zuhörer beinahe mit minutiösen Notizen, Mindmaps, Querverweisen, diversen Verlinkungen und mehr. Das mag für komplexere Themen ideal sein, aber für leichtere eher weniger. In der Praxis benötigt ein Laber-Podcast somit weniger Begleitmaterial als True-Crime-Formate.
Auf einer dedizierten Podcast-Homepage können Shownotes bspw. aus einer Synopsis der Folge, Links zu Online-Präsenzen oder der Möglichkeit bestehen, die Folge direkt abzuspielen.
Wie erwähnt, können komplexere Themen nach Transkriptionen, direkt abrufbaren Links zu besprochenen Segmenten sowie weiteren Querverweisen verlangen. Das Ziel sollte dabei sein, dass potentielle Zuhörer deinen Podcast durch diese Shownotes entdecken. Dabei darf auch gerne ein wenig inhaltlicher Kontext geschaffen und der Zuhörer leicht angeteased werden.
Darüber hinaus ist eine SEO-freundliche Struktur unabdinglich, was auch zum Tragen kommt, wenn Folgen via Social-Media-Buttons teilbar sein sollen. Gute Metadaten und ein aussagekräftiges Bild können Wunder wirken – gerade wenn man Gesprächspartner zu Besuch hat, die für weitere Querverweise und Verlinkungen sorgen.
Ist dies alles nicht vorhanden, zeigen Facebook, Twitter und Co. in der Regel lediglich reine Textteaser an oder ziehen sich im schlimmsten Fall wenig schmeichelhafte Bilder, die nichts mit den Themen deines Podcasts zu tun haben. Facebook, Instagram, Spotify, Soundcloud hin oder her – dass eine dedizierte Podcast-Homepage vonnöten ist, kann nicht oft genug erwähnt werden. Liste hier alle Kanäle auf, an denen Zuhörer den Podcast mitverfolgen können, den sie bald schon regelmäßig hören sollen.

Allgemeines

Ob man mag oder nicht: Social Media ist als Marketing-Tool für Podcasts nicht wegzudenken. Darüber informieren wir uns nicht nur über Nachrichten, Produkte, Unterhaltung und Events, sondern sind dort 24/7 mit anderen Menschen verbunden. Die verschiedenen Kanäle haben jedoch auch ihre eigenen Stärken und Schwächen. Im Folgenden gehen wir darauf ein. Ganz allgemein ist eine gewisse Regelmäßigkeit der Social-Media-Aktivitäten wichtig. Warum sollten Zuhörer deine regelmäßig erscheinenden Folgen abonnieren, wenn es auf Facebook und Co. nur sporadische Updates dazu gibt?
Des Weiteren ist ein konsequentes Branding deines Podcasts unbedingt zu empfehlen. Das bedeutet, identische Profilbilder, Bios, Logos usw. – wenn auch auf die jeweilige Plattform entsprechend angepasst. So gewährleistest du ein einheitliches Design, welches wiederum zur Wiedererkennung führt und deine Marke festigt.

Audio auf Instagram – macht das Sinn?

Audio-Inhalte via Video-/Fotoplattform zu verbreiten, klingt auf den ersten Blick kontraproduktiv. Auf den zweiten aber nicht, da Instagram auch für Audio-Formate erhebliches Potenzial bietet. Eine stets aktuelle Bio ist dabei ein guter Anfang. Gib deinen Hörern einen Eindruck über deinen Podcast. Was für Themen können sie erwarten? Nutze hierbei relevante bzw. (Nischen-)Keywords. Instagram erlaubt bekanntermaßen keine Links in Posts, sondern lediglich einen einzigen in der Bio. Eine naheliegende Überlegung wäre es, jeweils die aktuelle Folge zu verlinken. Sinnvoller dürfte es jedoch sein, deine Homepage zu verlinken – den Ort, an dem bspw. sowohl iOS- als auch Android-Nutzer die aktuelle Folge hören und deinen Podcast sogleich abonnieren können. Ein Bonus wäre natürlich, wenn sie dabei auch gleich deinen Social-Media-Kanälen folgen. Einen URL-Verkürzungsdienst wie Bitly zu nutzen ist dabei nicht nur übersichtlich, sondern bietet einige Vorteile. So zeigt dir das "Link Stats"-Dashboard von Bitly Statistiken hinsichtlich erfolgter Interaktion sowie eine Liste der geteilten Bitly-Links und die jeweiligen Klicks.
Ansonsten gilt es, aktiv zu werden. Folge oder verlinke Marken, Podcasts oder User, die zu deinen Themen passen. Das Potential für Shout-outs oder gar Kollaborationen stets dabei im Hinterkopf behalten. Gefällt dir Content von ihnen? Dann lasse Likes da oder schreib ihnen eine kurze Nachricht. Wichtig ist, dass du dich tatsächlich mit dem jeweiligen Content und den Köpfen dahinter beschäftigst, eine gewisse Verbundenheit zeigst und keineswegs das Gefühl vermittelst, nur auf Quantität statt Qualität zu setzen. Und wenn die ersten Kommentare oder gar Nachrichten eintrudeln, solltest du definitiv die Chance ergreifen und sie als Interaktionsmöglichkeit wahrnehmen.
Doch was für Foto-Inhalte möchtest du letztendlich zeigen? Ein paar Möglichkeiten können sein: Aufnahme-Setting, die Dokumentation der eigentlichen Aufnahmen, anwesende Gäste (die du bei der Gelegenheit mit Tags/Verlinkungen versehen kannst), kommende Gäste – die Möglichkeiten sind vielfältig.
Dasselbe gilt natürlich auch für Video-Inhalte. So eignen sich bspw. Behind-the-Scenes-Material oder auch spontane Momente mit deinen Gästen sehr gut dafür. Mit Instagram Stories kannst du mehrere solcher Schnipsel zu einer Art „Best of“ zusammenfassen.
Dasselbe gilt natürlich auch für Video-Inhalte. So eignen sich bspw. Behind-the-Scenes-Material oder auch spontane Momente mit deinen Gästen sehr gut dafür. Mit Instagram Stories kannst du mehrere solcher Schnipsel zu einer Art „Best of“ zusammenfassen.

Organische Reichweite vs. Facebook Ads

Wer einen Podcast bzw. die eigene Reichweite effektiv erweitern möchte, sollte natürlich auch auf Facebook aktiv werden. Eine eigene Podcast-Seite inklusive eigener Vanity-URL versteht sich natürlich von selbst, regelmäßiges Posten ebenso. Konzentriere dich nicht nur auf das Posten von Folgen, sondern betätige dich in themenverwandten Gruppen oder Konversationen. Facebook bietet aber auch darüber hinaus mannigfaltige Möglichkeiten, dich nicht nur mit Hörern, sondern auch mit Machern zu vernetzen. Dedizierte Gruppen bieten nützliches Feedback und konstruktive Kritik. Du lernst andere Podcast-Autoren kennen und profitierst bei etwaigen Fragen von der Schwarmintelligenz – seien es welche zur Themenfindung, technischen Fragen zur Produktion oder Marketing-Maßnahmen. Reine Selbstwerbung und eine sonstige Funkstille wird in der Regel ungerne gesehen, nichtsdestotrotz gibt es immer mal wieder die Möglichkeit, in dafür vorgesehenen Threads deinen Podcast vorzustellen und so nicht nur mögliche Zuhörer, sondern auch potentielle Gäste zu gewinnen, die deine Inhalte spannend finden. Läuft es gut, werden sie eine Kollaboration anstreben und haben ihre eigenen Zuhörer gleich im Gepäck – ein Win-Win für alle sowie ein Multiplikationstool, das nicht unterschätzt werden sollte.
Wie schaut es bei dem eigentlichen Befüllen deiner Page-Timeline aus? Folgen posten, das versteht sich von selbst. Es gilt, einen Dialog zu starten. Warum nicht hervorstechende Aussagen aus einem Gespräch zitieren oder eine folgenrelevante Frage stellen, die deine Inhalte genauer unter die Lupe nehmen und gewisse Komponenten daraus in einem spannenden neuen Kontext setzen. Im Idealfall bringst du deine Zuhörer bzw. Follower dazu, ihre eigene Sichtweise darüber darzulegen.
Wer dieser organische Reichweitenerweiterung ein wenig unter die Arme greifen möchte, sollte sich zudem mit Facebook-Ads beschäftigen. Davor stellt sich die Frage, was die genauen Erwartungen an derartige Werbekampagnen sind. Facebook-Ads lassen sich nämlich nicht mathematisch genau in Abos und mehr Zuhörern konvertieren. Für andere Zwecke hingegen können sie recht sinnvoll sein. Womit beschäftigt sich dein Podcast? Geht es um einen bestimmten Service oder ein Produkt? Wie untrennbar ist dies mit den Inhalten der Folgen verbunden und ist der Podcast eher Mittel zum Zweck oder geht es eher um Verkäufe? Vielleicht ist es dein langfristiges Ziel, an Sponsoren zu kommen, die genau auf deine Nische spezialisiert sind und auf monetären oder anderen Weisen mit dir kooperieren könnten.
Wie auch immer das letztendliche Ziel sein mag, sollte die Kampagne genau auf Alter, Interessen sowie die geographische Lage deines angepeilten Zielpublikums zugeschnitten werden.

Aus 140 werden 280 Zeichen

Mit über 330 Millionen Nutzern dürfte Twitter nicht die schlechteste Wahl sein, um spannende Inhalte zu teilen. Trotz der vergleichsweise kurzen Aufmerksamkeitsspanne bietet Twitter den großen Vorteil, unkompliziert einen Dialog mit anderen Hörern oder Machern führen zu können oder gar schwer zu erreichende Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens oder bestimmter Branchen direkt zu kontaktieren. Seit einigen Monaten wurde zudem die maximale Zeichenzahl von 140 auf 280 erweitert – nicht, dass dies je ein Hindernis gewesen wäre, bedenkt man die mittlerweile geläufige Kunst der mehrteiligen Tweets.
Ein Twitteraccount allein für deinen Podcast macht Sinn, wenn die thematische Schnittmenge deines privaten Twitteraccounts und deines Podcasts zu weit auseinanderliegen – kenne dein Publikum!
Auch hierbei gilt: Suche aktiv nach thematisch relevanten Nutzern, stelle einen freundlichen Kontakt her und erwähne erst dann, was du zu bieten hast. Andersherum entsteht, wie bei Facebook und Co., der Eindruck, dass du letztendlich nur spammen willst und nicht an Qualität an sich interessiert bist. Der eigentliche Inhalt deiner Tweets kann dabei variieren. In 280 Zeichen könnte ein interessantes Zitat passen, eine leicht kontroverse Sichtweise oder gerne auch ein kurzes Anteasen der Folge. Oder vielleicht auch Feedback zu einem anderen Podcast – die Möglichkeiten sind vielfältig. Die eigentlichen Titel der Folgen mögen schön und gut sein, aber eine interessante Frage an das Publikum hat das ungleich höhere Potential für einen Dialog. Auch hier: verwende nach Möglichkeit URL-Verkürzungsdienste wie Bitly, um tiefere Einsichten zu erhalten.
Es gibt natürlich viele Überschneidungen zwischen allen Social-Media-Plattformen und viele Dienste bieten nützliche Tools, die einem das Leben leichter machen – wenig Arbeit ist das alles nicht. Einige dieser Tools sind nicht verkehrt, andere wiederum bieten das andere Extrem mit Features wie automatischem Cross-Posting mit nur wenigen Klicks. Bevor du aber darauf zurückgreifst, betrachte die Situation aus der Perspektive deines potentiellen Publikums. Möchtest du Podcastern folgen, die lieblose und automatisierte Zusammenfassungen raushauen oder bevorzugst du eher das Gegenteil? Macher, die nahbar sind, sich nicht vor Kritik scheuen und das Gespräch sowie Feedback suchen. Kurzum: Menschen, denen man sich trotz Informationsflut verbunden fühlt. Das ursprüngliche Ziel des Konzepts Social Media.

Do's und Don'ts

Zu guter Letzt hier einige allgemeine Do’s und Don’ts, die dir im Idealfall ein paar Fettnäpfchen ersparen könnten. Fangen wir zuerst mit den „Don’ts“ an.

Don'ts

  • Lasse deine Profile nicht verwaisen. Nichts ist schädigender als brachliegende Seiten, auf denen nichts passiert. Das ist auch übrigens eine sehr gute Taktik, um vorhandene Abos und treue Zuhörer zu verlieren.
  • Sei kommunikativ, aber mache keine Versprechen, die du nicht halten kannst. Kommuniziere bspw. keine unrealistische Anzahl von Folgen, wenn dies unmöglich zu erreichen ist. Bitte kündige auch keine Gäste an, die noch nicht bestätigt sind.
  • Vernachlässige das Netzwerken nicht. Sowohl im realen Leben als auch im Internet, denn in beiden Welten bedeutet Mund-zu-Mund-Propaganda viel.
  • Qualität statt Quantität. Sei kein Spammer, der in Gruppen oder Diskussionen auftaucht, einen oder zwei Links hinterlässt und wieder verschwindet. Das ist der beste Weg, zukünftig ignoriert zu werden.
  • Kommentare und Kritik nicht ignorieren. Nutze sie als Gelegenheit, mit deinen Zuhörern zu interagieren und zeige ihnen, wie du sowohl mit positiven als auch negativen Situationen umgehst. Wenn es tatsächlich begründete Kritik gibt, zeugt ein sachlicher Umgang damit von Souveränität und kann dir in Communitys einen Vertrauensbonus bescheren.

Do's

  • Sei aktiv, aber übertreibe es nicht. Regelmäßigkeit in Ehren, aber auf die „Ignore“-Liste will niemand landen. Zu viele Infos können dazu führen, dass Follower deinen Posts nicht mehr folgen oder sie schlichtweg in Newsfeeds verloren gehen.
  • Nutze Monitoring- und Analysetools. Damit kannst du bspw. Werbekampagnen optimieren und somit deine Reichweite steigern.
  • Kenne dein Publikum und stelle heraus, was dein Podcast an Mehrwert bieten kann. Die dafür geschaffenen Präsenzen sollten inhaltlich auf sie zugeschnitten werden.
  • Gewöhne dir einen konsequenten Ton an. Eine einheitliche Botschaft sowie Formulierungsweise über diverse Plattformen hinweg verschaffen dir ein klar umrissenes Profil.
  • Sei authentisch. Vergiss zudem auch nicht, ein wenig Spaß bei der ganzen Sache zu haben. Verbunden mit einem konstanten Output, dürfte das die beste Grundlage für mehr Zuhörer und Kooperationen sein.