Teil 3: Podcast-Transkripte - bei Google sichtbar werden

In diesem Teil sehen wir uns Transkripte näher an

Teil 3: Podcast-Transkripte - bei Google sichtbar werden

Transkripte – die umstrittene Methode

Transkripte werden in der Podcast-Welt immer wieder diskutiert. Sie haben den unschlagbaren Vorteil, dass mit Ihnen ohne viel Aufwand ein umfangreicher Text entsteht. Nicht jede Podcast-Folge eignet sich aber gut zum Verschriftlichen. Wir müssen also im Einzelfall prüfen, inwieweit eine Podcast-Episode in deine Content-Strategie passt. Ziel ist es, so viele Inhalte wie möglich an den Wünschen und Bedürfnissen deiner Hörerschaft auszurichten.

Weitere Teile der Serie “Podcast-Marketing mit SEO - Strategisch Reichweite erhöhen”

Transkripte: manuell, halbautomatisch oder automatisch?

Es gibt drei grundsätzliche Verfahren, um aus einer Podcast-Folge, die technisch ja eine Audio-Datei ist, Text zu extrahieren.

Bei der manuellen Variante wird die Audiospur von Hand durchgehört, nach den Regeln der Schriftsprache korrigiert und abgeschrieben. Dafür kannst du dir einen Dienstleister oder eine Dienstleisterin suchen, der oder die bei Bedarf auch gleich auf den Satzbau achtet und auf andere individuelle Wünsche eingeht.

Die zweite Möglichkeit ist eine automatische Transkription. Sie ist meist viel kostengünstiger und von Beauftragung bis Ergebnis vergehen nur wenige Minuten. Hierzu lädst du einfach die Audiodatei beim Anbieter hoch und erhältst kurze Zeit später eine Textdatei zurück, die als Grundlage zum Beispiel für einen Fachartikel dienen kann. Kleiner Tipp: Bei Podigee ist eine entsprechende Transkriptionsfunktion bereits integriert.

Auch bei der halbautomatischen Transkription wird die Aufnahme von einem Programm in Text übersetzt. Anschliessend aber legt ein professionell Textschaffender oder eine qualifizierte Texterin noch einmal Hand an. Auf diesem Weg können gut beispielsweise Rechtschreibfehler und Füllwörter entfernt oder der Dialekt berücksichtigt werden.

Vom Transkript zum hochwertigen Fachbeitrag

Ohne Nachbereitung wird aus einem Transkript kein hochwertiger Text. Auch wenn ein Transkript eine bequeme Methode ist, muss im Einzelfall entschieden werden, ob sich diese rentiert. Je strukturierter deine Vorbereitung – inklusive Keyword-Analyse und Manuskript für die Aufnahme –, desto schneller ist im Nachhinein ein gut optimierter Fachbeitrag erstellt.

Tipp: Ergibt eine einzelne Podcast-Folge nicht ausreichend Inhalt? Dann fass doch einfach mehrere schriftliche Aufzeichnungen oder Transkripte zu einem Beitrag zusammen. Recherchiere nach einem Thema, welches häufig genug gesucht wird, und such dir Folgen heraus, die dieses Thema jeweils aus einem eigenen Blickwinkel betrachten. Dieser sogenannte „holistische Content“ hat auf jeden Fall das Zeug, gut bei Google platziert zu werden.

Tipps für ein gutes Transkript:

Die Integration deines Podcasts in deine Webseite

Wenn du deine Podcast-Episode in einem Beitrag auf deiner Webseite aufbereitest, ist ein wichtiges Element die Einbindung des Podcast-Players im oberen Bereich des Textes. Das gibt deinen Webseitenbesucherinnen und -besuchern die Möglichkeit, die Folge direkt anzuhören. (Klar, dass es dafür auch eine Lösung von Podigee gibt.) Unerfahrene Podcast-Hörende können sich auf diesem Weg auch langsam und schrittweise an das Medium herantasten.

Interviews – die Kirsche auf der Torte

Ein Interview ist immer eine gute Möglichkeit, einen Blogbeitrag zu veredeln. Daher sollten auch diese speziellen Podcast-Folgen verschriftlicht werden. Such im Zweifelsfall einfach einen thematisch passenden Beitrag und ergänze diesen durch das Interview. So erhält er einen persönlichen Touch.

Wichtig ist hierbei die saubere Trennung der beiden (oder mehreren) Sprechenden, schon allein, weil das die Transkription extrem vereinfacht. Du solltest darauf achten, dein Gegenüber immer aussprechen zu lassen und den Gesprächsfaden nie ganz zu verlieren (ein bisschen Abschweifen ist in der Regel aber okay). Das vereinfacht später das Lesen des Interviews

Das Ergebnis – ein Beitrag mit Mehrwert

Die Basis für hochwertigen Inhalt, der auch gut gefunden wird, ist ein strukturierter, technisch solider, inhaltlich herausstechender Beitrag. Details zu diesem Thema finden sich in den „Quality Rater Guidelines” von Google.

Zwei Podcaster, die mit einem Blog ihre Sichtbarkeit massiv erhöht haben

Beispiel 1: Marathon Fitness

Dieser Fachartikel ist ein Paradebeispiel für die gelungene Einbindung eines Podcasts in die eigene Webseite.

Im Monat wird bei Google rund 40.000 Mal nach „sixpack“ gesucht. Aktuell (Stand Januar 2020) ist der Beitrag von Marathon Fitness hier auf Position 2 zu finden.

Beispiel 2: Führung auf dem Punkt gebracht

Auch Bernd Geropp, langjähriger Führungskräfte-Coach und Podcaster, nutzt seinen Blog, um mehr Reichweite zu erlangen. Mit Erfolg: Für den Suchbegriff „Konflikte lösen“ steht dieser Beitrag auf Platz 1 in den Google-Suchergebnissen. (Stand Januar 2020)

Nach der Suchkombination „Konflikte lösen“ wird im Monat durchschnittlich 1900 Mal gesucht.

Kleine Randbemerkung: Wie hier gut zu sehen ist, befindet sich der Suchbegriff jeweils sowohl im Titel als auch im ersten Absatz. Zudem ist der Podcast gut sichtbar auf der Webseite eingebaut.

Wie groß der Aufwand ist, einen Artikel bei Google ganz nach oben zu befördern, hängt von vielen Faktoren ab: Dazu gehören der Wettbewerb, die Branche und die Frage, ob dein Inhalt von den Suchenden als passendes Ergebnis für ihre Anfragen angesehen wird.

Was es sonst noch zu tun gibt

Podcastende sind mobile Menschen. Bereits im Jahr 2018 kamen mehr als die Hälfte der Besucher über mobile Geräte auf eine beliebige Webseite. All diese Menschen bilden deine potentielle Podcast-Hörerschaft – denn Podcasts werden vor allem wo gehört? Richtig, mobil auf dem Smartphone.

Mobil ist Trumpf – auch bei dir?

Als Podcast-Gastgeberin oder -Gastgeber spielt die Mobiltauglichkeit deiner Webseite eine große, wenn nicht sogar die entscheidende Rolle. Es gibt diverse Tools, um die Nutzerfreundlichkeit zu testen. Damit du dir nicht doppelte Arbeit machst, gebe ich dir hier ein paar Tipps mit auf den Weg.

Diese kannst entweder du selbst, ein Webdesigner oder einer Technikerin deines Vertrauens umsetzen:

  • Eigentlich eine Selbstverständlichkeit: Setz auf ein modernes Content-Management-System wie Wordpress oder Joomla. Damit wird deine Seite je nach Gerätetyp in der Regel richtig angezeigt.
  • Verbessere die Ladegeschwindigkeit deiner Webseite. Nützliche Tipps gibt hier der Toolanbieter Sistrix, als Wordpress-Nutzer findest Du bei Blogmojo passende Plugins.
  • Platziere die wichtigsten Informationen im sichtbaren Bereich, also so, dass Besucherinnen und Besucher nicht scrollen müssen.
  • Achte auf eine Schriftgröße von mindestens 16 Pixeln.
  • Achte auf die Größe von Schaltflächen und deren Abstand zueinander – Google empfiehlt eine Größe von mindestens 48 Pixeln und einen Abstand von 32 Pixeln.

Endspurt! Im vierten und letzten Teil dieser Beitragsserie wird es nächste Woche vor allen Dingen um Sprachassistenten gehen. In Teil eins haben wir uns bereits die Grundlagen von Podcast-SEO genauer angesehen, in Teil zwei Webseite und Shownotes näher beleuchtet.


Über den Autor

Lars Stetten hat Psychologie studiert und ist Diplom-Informatiker. Er beschäftigt sich mit den Themen des Online Marketings und insbesondere der Suchmaschinenoptimierung seit über 10 Jahren. Sein Leitspruch ist: „Ich habe 2 Gemeinsamkeiten mit Google - ich bin nahezu blind und liebe es, Webseiten zu analysieren.” Als audiophiler Mensch nutzt er Podcasts schon seit vielen Jahren und beobachtet intensiv den Markt. Seit 2018 Ist er Freelancer. Hier bietet er – unter anderem – ein spezielles SEO-Paket für Podcaster an.