Wie nehme ich einen Podcast auf?

In der Serie "Podcasts – alles, was du für den Einstieg wissen musst" schauen wir uns verschiedene Aspekte des Podcastings genauer an. In Teil 3 geht es um Mikros, Rekorder und Raumklang.

Wie nehme ich einen Podcast auf?

Einen Podcast erstellen ist nicht so kompliziert, wenn man weiß wie es geht. In diesem Blogpost zeigen wir, wie du deinen Podcast aufnehmen und einen möglichst guten Klang erzielen kannst. Dabei geht es um die Technik, aber auch um den idealen Raum.

Andere Teile der Serie “Podcasts – alles, was du für den Einstieg wissen musst”


“Einen Podcast aufzunehmen ist ganz einfach”, hat dir vielleicht schon mal jemand gesagt. Das ist nur zum Teil richtig. Es ist tatsächlich nicht so viel Technik notwendig: Ein Mikrofon, ein Audiorekorder oder Computer und los geht’s. Zur Wahrheit gehört unserer Meinung aber auch: nur ein Smartphone auf den Tisch zu legen und damit eine Gesprächsrunde aufzuzeichnen reicht nicht aus, um eine gute Tonqualität zu erreichen. Und da immer mehr Podcasts um die Aufmerksamkeit der Hörer kämpfen, sollte die (schlechte) Audioqualität kein Grund zum Abschalten sein.

Raum

Was viele vergessen: der Raum, in dem du aufnimmst, hat einen erheblichen Einfluss auf den Klang. Die wenigsten Podcast-Einsteiger werden die Möglichkeit haben, in einem Tonstudio aufzunehmen. Wenn du ein paar Punkte beachtest, kannst du die Akustik deines Raums aber schon deutlich verbessern. Glatte Flächen wie Fensterscheiben und freie Wände reflektieren den Schall sehr stark und führen so zu viel Nachhall. Es hilft also schon, wenn du einen Vorhang vor die Fenster ziehst, einen Teppich ins Zimmer legst und Bücherregale an den Wänden hast. So wird der Schall gebrochen und teilweise “geschluckt”. Wenn du alleine podcastest, kannst du auch eine Bettdecke in einen Schrank hängen und in diese Richtung sprechen.

Auch ganz wichtig: Während einer Aufnahme sollten alle Handys in den Flugmodus geschaltet werden, das es sonst zu unschönen Störgeräuschen kommen kann. Übrigens: draußen können auch sehr gute Aufnahmen gelingen, da auf freier Fläche der Schall kaum reflektiert wird. Hier sind jedoch Wind und andere Störgeräusche (Autos, Menschen, Baustellen etc.) zu bedenken.

Mikrofon

Es gibt eine riesige Auswahl unterschiedlicher Mikrofone in allen Preisklassen. Wir erklären die wichtigsten Begriffe und empfehlen Ausstattung für verschiedene Anwendungsfälle.

Reportagemikrofon AKG C1000 S

Das Mikrofon ‘AKG C1000 S’ eignet sich gut für Reportagen

Dynamisches Mikrofon

Dynamische Mikrofone haben ein schwächeres Ausgangssignal, weshalb der Vorverstärker deines Audiointerfaces/Audiorekorders rauscharm sein sollte. Das bedeutet, dass auch bei starker Verstärkung des Signals (hoher Gain) wenig Rauschen durch den Vorverstärker hinzukommt. Dynamische Mikrofone sind in der Regel günstiger und robuster als Kondensatormikrofone.

Kondensatormikrofon

Kondensatormikrofone haben ein stärkeres Ausgangssignal, benötigen also weniger Gain. Dafür ist zwingend die Phantomspeisung nötig, also eine Spannung, die vom Audiointerface/-rekorder an das Mikrofon gegeben wird. Sie sind in der Regel weniger robust als dynamische Mikrofone.

Großmembranmikrofon

Großmembranmikrofone sind eine Unterkategorie der dynamischen und Kondensatormikrofone. Wie der Name schon sagt, ist die Membran besonders groß und sorgt so für einen “volleren” Klang. Diese Art von Mikrofonen wird zum Beispiel in Radiostudios verwendet, eignet sich aber nicht für den mobilen Einsatz.

XLR-Anschluss

Die meisten professionellen Mikrofone haben einen XLR-Anschluss. Über ein passendes Kabel wird das analoge Signal so an das Audiointerface/den Audiorekorder übertragen. Der Vorteil: Sie sind vielseitig einsetzbar, das Kabel kann bei einem Defekt einfach ersetzt und je nach Bedarf die Länge geändert werden. Außerdem können so mehrere Mikrofone an ein Audiointerface/Audiorekorder angeschlossen werden. Der Nachteil: Um das Signal direkt mit einem Computer aufzunehmen, ist ein Audiointerface nötig, welches das analoge Signal in ein digitales wandelt.

USB-Anschluss

Es gibt auch Mikrofone mit USB-Anschluss, die für die Nutzung am Computer gemacht sind. Der Analog/Digital-Wandler ist direkt verbaut, sodass kein separates Audiointerface nötig ist. Der Vorteil: Wenn nur ein Mikrofon vor Ort nötig ist (weil nur ein Sprecher vorhanden ist oder die anderen online zugeschaltet sind), kann man so ein platzsparendes und einfaches Setup realisieren. Der Nachteil: Man kann einzelne Komponenten nicht austauschen und ist so weniger flexibel. Außerdem sollten nicht mehrere USB-Mikrofone am selben Computer betrieben werden, da über USB die Mikrofone zeitlich “auseinanderlaufen” können.

Audiointerface/Audiorekorder

Ein Audiointerface bzw. Audiorekorder ist nur nötig, wenn du XLR-Mikrofone verwendest. Bei USB-Mikrofonen ist diese Funktionalität schon eingebaut. Ein Audiointerface wandelt das analoge Signal vom Mikrofon in ein digitales, um es zu speichern und auf dem Computer, Smartphone etc. anhören zu können. Als Audiointerface bezeichnet man einen Analog/Digital-Wandler, der direkt an einen Computer, ein Tablet oder ein Smartphone angeschlossen wird, sodass die Tonaufnahme dort stattfindet. Ein Audiorekorder dagegen kann das Signal direkt aufzeichnen, meist auf SD-Karte. Gerade für den Außeneinsatz eignen sie sich deshalb besonders. Viele Audiorekorder können auch als Interface am Computer betrieben werden. Das ist dann hilfreich, wenn man das Signal direkt auf dem Rechner aufzeichnen und ggf. auch live streamen möchte.

Audiorekorder Zoom H6

Der Audiorekorder ‘Zoom H6’ ist sehr vielseitig einsetzbar

Ausstattungsbeispiele nach Anwendungsfällen

Solltet ihr euren Anwendungsfall hier nicht finden, könnt uns gerne schreiben und wir geben euch individuelle Tipps.

Eine Person nimmt an einem Computer auf (z.B. Einsprechen von Texten oder online zugeschaltet)

Interview mit zwei Personen

Gespräch mit drei Personen

Reportage

  • AKG C1000 S (Kondensator, Handmikrofon, XLR, ca. 90 €) + Zoom H5 (mobiler Audiorekorder, ca. 240 €)
  • Sennheiser MD 46 (dynamisch, Handmikrofon, XLR, ca. 270 €) + Zoom H5 (mobiler Audiorekorder, ca. 240 €)

Aufnahme mit dem Smartphone

Mit dem ‘Shure Motiv MV88’ lassen sich gute Audioaufnahmen mit dem iPhone machen


Nächster Teil: Wie bearbeite ich die Audiodatei? (ab 10. Juli)


Hinweis: Für die Erwähnung von Podcasts, Hard- oder Software in diesem Beitrag haben wir kein Geld oder sonstige Gegenleistungen bekommen. Die Empfehlungen basieren auf persönlichen Erfahrungen oder Recherchen und haben natürlich keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

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