Musik und Töne für Podcasts

Hier erklären wir, wie du Musik und Töne für deinen Podcast findest und was du bei der Musiknutzung im Podcast beachten musst.

Musik und Töne für Podcasts

Die allermeisten Podcasts haben ein kurzes Intro und Outro, also ein Stück Musik oder Klänge zum Beginn und Ende einer Folge, die gut wiedererkennbar sind. Und je nach Produktion werden noch weitere Töne und Musik im Podcast verwendet. Doch wo bekommt man die her und was gilt es dabei zu beachten?

Es gibt viele verschiedene Anbieter, die Musik zur Verwendung in Medienproduktionen wie Podcasts kostenlos und kostenpflichtig anbieten.

Kostenlose Musikangebote

Bei kostenlosen Angeboten ist der größte Vorteil – logisch, dass sie kostenlos sind. Die Künstler bieten ihre Musik in der Regel unter Creative Commons-Lizenzen (mit einigen Bedingungen, z.B. der Namensnennung) oder sogar gemeinfrei (ohne jegliche Bedingung bei der Nutzung) an. Da diese Plattformen durch die Musik keine oder kaum Einnahmen erzielen, klären sie in der Regel jedoch auch nicht die Rechte für jedes Musikstück. Die Gefahr, dass ihr einen Song solcher Plattformen im guten Glauben verwendet, ihn aber eigentlich gar nicht verwenden dürft, ist tendenziell größer als bei kostenpflichtigen Angeboten. Ihr müsst also darauf vertrauen oder nachprüfen, dass ihr die Musik wirklich kostenlos verwenden dürft.

Beispiele kostenloser Anbieter:

Kostenpflichtige Musikangebote

Die kostenpflichtigen Angeboten lassen sich noch einmal in zwei Unterkategorien unterteilen, nämlich die sogenannte GEMA-freie Musik und die Musik aus dem GEMA-Repertoire.

Zum Verständnis lohnt es sich, einmal die dahinterliegende Logik zu verstehen. Für die Musiknutzung in Podcasts sind nämlich vor allem zwei Rechte relevant: das Synchronisationsrecht und das Vervielfältigungsrecht. Das Synchronisationsrecht bedeutet, dass man ein Musikstück in einem anderen Medienprodukt wie einem Podcast oder Film verwenden darf, es also quasi einmalig in euren Schnittprogramm dem Podcast hinzufügt (synchronisiert). Es muss in der Regel beim Musiklabel erworben werden. Das Vervielfältigungsrecht erlaubt es, den Podcast mitsamt der enthaltenen Musik auch den Hörern zugänglich zu machen, also zum Download anzubieten. Dieses Recht muss gegebenenfalls bei der Verwertungsgesellschaft GEMA erworben werden. Diese verteilt ihre Einnahmen (Tantiemen) dann an die Künstler.

Der Vorteil von Anbietern kostenpflichtiger Musik gegenüber den kostenlosen Archiven ist, dass man sich sicher sein kann, dass die Rechte geklärt sind und die Musik auch tatsächlich verwendet werden darf. Dafür kostet die Nutzung Geld.

GEMA-freie Musik/royalty free music

Kostenpflichtige Angebote, die sogenannte GEMA-freie Musik anbieten, arbeiten mit Künstlern zusammen, die nicht von der Verwertungsgesellschaft GEMA vertreten werden. Ein Künstler kann nämlich nur sein gesamtes Repertoire bei der GEMA anmelden und nicht einzelne Titel anders lizenzieren.

Für die Anbieter der “GEMA-freien” Musik bedeutet das, dass sie die Titel aus ihrem Katalog mit einer einzigen Zahlung zur Nutzung in Podcasts freigeben können. Je nach Anbieter, Qualität der Musik und Nutzungsart kostet die Lizenzierung eines Titels für einen typischen Podcast einmalig etwa zehn bis 100 Euro und ist in der Regel zeitlich unbegrenzt gültig. Manche Anbieter bieten auch Abos an, mit denen dann unbegrenzt viele Musikstücke aus ihrem Katalog verwendet werden dürfen.

Beispiele für Anbieter kostenpflichtiger, “GEMA-freier” Musik:

Musik aus dem GEMA-Katalog

Es gibt außerdem kostenpflichtige Musik, bei der das Synchronisationsrecht bei dem Musiklabel liegt und das Vervielfältigungsrecht getrennt von der zuständigen Verwertungsgesellschaft erworben werden muss. In Deutschland ist das die GEMA, in Österreich die AKM und in der Schweiz die SUISA. In diesem Beitrag verwenden wir GEMA synonym für die anderen beiden. Wie im vorherigen Abschnitt erklärt, kauft man also die Musiktitel, muss die Nutzung dann aber noch bei der GEMA lizenzieren. Diese bietet dafür einen Podcast-Tarif an, der aber einige Einschränkungen hat. Darüber hinaus können auch individuelle Nutzungslizenzen von der GEMA erworben werden. Wichtig: Solange der Podcast bzw. die Folgen mit der Musik online sind, muss eine Nutzungslizenz mit der GEMA bestehen. Es reicht also nicht aus, nur zum Zeitpunkt der Veröffentlichung eine Lizenz zu haben.

Beispiele für Anbieter kostenpflichtiger Musik aus dem GEMA-Katalog sind:

Für dein Projekt komponierte Musik

Bei den vorgestellten Angeboten nutzt man natürlich Musik “von der Stange”, auch wenn die Musikstücke vielleicht nicht so häufig verwendet werden. Wenn du etwas ganz individuelles haben möchtest, kannst du die Musik natürlich auch komponieren und produzieren lassen. Du musst in diesem Fall ebenfalls beachten, dass du lizenzpflichtig gegenüber der GEMA bist, sofern der Komponist von ihr vertreten wird.

nicht-musikalische Töne/Sound effects

Auch für nicht-musikalische Töne und Toneffekte, z.B. Hundebellen oder die Geräuschkulisse eines bestimmten Bahnhofs gibt es kostenlose und kostenpflichtige Anbieter. Die GEMA spielt hier allerdings keine Rolle.

Beispiele für Anbieter sind:

Hinweis: Wir haben in diesem Kapitel versucht, den Bereich Musiknutzung für euch verständlich aufzubereiten. Dieses Thema ist allerdings ziemlich komplex und es gibt zwischen den Anbietern teilweise große Unterschiede. Wir ersetzen natürlich keine Rechtsberatung und ihr solltet euch die Bedingungen genau durchlesen. Außerdem könnt ihr sowohl die Musikanbieter als auch die GEMA kontaktieren.


Andere Teile der Serie “Podcasts – alles, was du für den Einstieg wissen musst”


Hinweis: Für die Erwähnung von Podcasts, Hard- oder Software in diesem Beitrag haben wir kein Geld oder sonstige Gegenleistungen bekommen. Die Empfehlungen basieren auf persönlichen Erfahrungen oder Recherchen und haben natürlich keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

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